Das ist der Kangalrüde Alev.

Er wurde 1997 bei mir geboren und sollte eigentlich garnicht bei mir bleiben, doch der "Bub" hat es geschafft sich so in mein Herz zu schleichen das ich es nicht fertiggebracht habe ihn zu verkaufen.

Mitlerweile ist er ein ausgewachsener, wunderschöner Rüde der schon auf vielen Ausstellungen erfolgreich war und beim VDH als Deckrüde zugelassen ist.

Zusammen mit seiner Schwester Askin und seiner Mutter Raki lebt er bei mir.   Er ist wie mein Schatten --- wo ich bin ist auch Alev. Er folgt mir überall hin und liegt auch jetzt wieder zu meinen Füssen. Er ist immer da wo ich bin nur nachts nicht. Wenn er merkt das ich ins Bett gehe geht er nach unten und liegt dort auf seinem Teppich bei der Haustüre und bewacht den Eingang. Das ist seine Ruhezeit und wenn ich mal später wie normal schlafengehe und mein Hund schon müde ist brummt und knottert er solange bis ich ihn aus seiner Pflicht mich zu bewachen entlasse und ihn zu Bett schicke.

Er braucht schließlich seinen Schönheitsschlaf!!

Alev hat schon sehr früh gezeigt das er nicht von mir weg wollte. 
Er war etwa 3 Wochen alt da begann er immer, wenn er glaubte das ich mich nicht genug um ihm kümmere, ganz jämmerlich zu jaulen und zu fiepen. Das konnte ich nur abstellen indem ich ihn auf den Arm nahm. Natürlich wollte ich bei 11 Welpen jedem genug Aufmerksamkeit geben, doch das war garnicht so leicht. Kamen Besucher um die Welpen anzuschauen schaffte Alev es 
immer sich im Hintergrund zuhalten und so kam es das sich auch keiner ernsthaft für ihn interessierte.

So mit etwa 12 Wochen bemerkte ich dann das Alev wohl meine Gedanken lesen konnte. Er gab sich wahnsinnig Mühe alles richtig zumachen. Seine Erziehung war für mich kein Problem, ich dachte einen Befehl und Alev führte ihn aus. Natürlich konnte er auch unheimlich stur sein, zum Beispiel wenn er in den Hundeauslauf gehen sollte und er noch keine Lust dazu hatte. Er legte sich ins Gras und nichts brachte ihn wieder auf die Füße. Da half nur Leine holen, anbinden und in den Auslauf führen. Diese Kraftprobe haben wir öfters ausgefochten, doch ich habe immer gewonnen und jetzt ist das kein Thema mehr für uns.

Alev hat schon als Welpe kleine Hunde kennen gelernt und heute mag er
fast alle Kleinen, so etwa bis Kniehöhe, egal ob Rüde oder Hündin.
Leider verstehen die meißten Hundebesitzer nicht das Alev ihrem Liebling nichts tut, sondern wirklich nur spielen will. Vor einiger Zeit standen wir in Dortmund im Wartebereich zum Ehrenring und mußten die Zeit bis zu unserem Auftritt im Ring überbrücken und Alev sah einen kleinen Langhaardackel auf dem Arm seiner Besitzerin. Hunde die getragen werden sind noch besser wie Hunde die auf dem Boden stehen!!
Er hat sich fast umgebracht um zu dem Dackelchen zu kommen, dessen Besitzerin versuchte ihren Hund immer höher zu heben damit Alev nicht an ihn kam, doch so lange Arme hatte sie nicht. Der Dackel war nicht größer wie der Kopf von Alev, doch er hätte ihn liebend gerne einmal so richtig von oben bis unten abgeschleckt und dann wie toll mit ihm gespielt, doch ich denke bis dahin hätte das Frauchen bestimmt einen Herzinfarkt gehabt.

Ein anderes Mal waren wir in Luxemburg zur Ausstellung und warteten auch wieder neben dem Ehrenring auf unseren Auftritt. 
Eine Rettungshundestaffel zeigte im Ring ihr Können und die unterschiedlichsten Hunde gaben einen Einblick in ihre Arbeit. 
Das alles ließ meinen Alev vollkommen kalt, bis zu dem Moment als er eine junge Frau mit ihrem Scheltie im Ring erblickte. Sofort stand mein Hund in vollster Aufmerksamkeit am Ring und betrachtete sich den "Kleinen". Es dauerte nicht lange und mein 85 cm Kalb stand auf der Bank um auch nur jede Ecke vom Ring sehen zu können. Er jaumerte und fiepte und ich hatte alle Hände voll zu tun damit mein Bub nicht in den Ring sprang und die Darbietung komplett störte. Die Zuschauer in unserer Nähe schauten mehr zu Alev als zu den Hunden im Ring und alle amüsierten sich köstlich über diesen Schlingel.

Ja, kleine Hunde liebt Alev, doch mit Welpen hat er nichts am Hut. Immer wenn sie versuchen in seine Nähe zu kommen und mit ihm spielen wollen flüchtet er soweit er kann und wenn mal einer zu aufdringlich wird sieht er Alevs Zähne blitzen. Dann ist ihnen meißtens die Lust zum Spielen vergangen und sie laufen zurück zur Mama.


Anfang Juli begann Alev plötzlich zu humpeln. Ich habe mir noch nichts schlimmes dabei gedacht. Es war schon öfters mal vorgekommen das er sich beim Laufen vertreten hatte.
Erst als sich an seiner Schulter eine Beule bildete wurde ich unruhig und fuhr mit ihm zu unserem Tierarzt.
Am 12.07.06 habe ich dann die niederschmetternde Diagnose bekommen - - - Alev hat Knochenkrebs!!
Eine Krankheit die nicht behandelbar ist. Man kann zwar das betroffene Glied amputiere, doch kann ein gut 70 kg schwerer Hund von fast 9 Jahren sich noch an ein Leben auf 3 Beinen gewöhnen und viel wichtiger, kann man ihm das überhaupt zumuten ? Ich habe entschieden das ich ihn nicht unnötig
leiden lasse, nur weil ich ihn nicht gehen lassen will. 
Der Gedanke an seinen Tod macht mich unendlich traurig, besonders weil Alev "mein Hund" ist. Die Tage die uns noch bleiben genieße ich, ich weiß es sind viel zu wenige. Der Tag an dem er über die Regenbogenbrücke gehen wird 
ist ganz nah und mir graut davor, doch ich werde stark sein für Alev,
er hat verdient das er diesen Weg nicht allein gehen muß.

Heute am 31.07.06 hat Alev seinen 9, Geburtstag. Ich habe nicht geglaubt das er dann noch bei mir ist. Die Krankheit ist immer da, sie schwebt wie eine dunkle Wolke über uns und ich sehe jeden Tag wie ein Geschenk.
Noch geht es Alev gut, er ist munter, frißt gut, nimmt am Leben teil, er rennt wie ein Jungspunt durch den Garten um Jemanden am Zaun zu erschrecken. Er humpelt noch immer und bekommt auch täglich Schmerzmittel, aber ich denke solange er noch soviel Lebensfreude hat kann ich ihn noch nicht einschläfern lassen. Ich habe Angst den richtigen Zeitpunkt dafür zu verpassen und Alev wegen mir leiden muß, doch gibt es einen richtigen Zeitpunkt überhaupt?
Für mich ist jeder Zeitpunkt zu früh, zu früh um meinen Hund aufzugeben.


Am 16.08.2006 habe ich Alevs Leben vom Tierarzt beenden lassen. 
Ich glaube Alev wollte es so. Seit 2 Tagen war er sehr anhänglich und immer wenn ich mich auf das Sofa setzte legte er seine Schnauze auf mein Bein und sah mich an als wollte er mir sagen das es jetzt an der Zeit sei ihn gehen zulassen. 

Ich weiß das wir eines Tages wieder vereint sind.

 


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