Die Stamm-Mutter meiner Kangalzucht ist unsere Oma Raki.
Wir haben sie im Alter von 2 Jahren übernommen. 
Als sie zu uns kam hatte sie schon einiges hinter sich, 
was ihrem tollen Charakter aber nicht geschadet hat.
Mit drei Wochen wurde sie zusammen mit ihrem Bruder
von der Mutter getrennt und wurde aus der Türkei nach 
Deutschland gebracht. Ihr neues Herrchen hatte sie zwar 
eigentlich sehr lieb, aber seine Art der Hundehaltung 
war nicht unbedingt die Beste.
Er hielt die Beiden im Keller und einem ca. 20m² großen Hof.
Das klappte natürlich nur bedingt und nach ca. 1 Jahr gab es
soviele Beschwerden von den Nachbar über lautes Hundegebell
das er aufgefordert wurde die Haltungsbedingungen der 
Hunde zu ändern, sonst würden die Tiere eingezogen.
Da er das nicht konnte entschloß er sich schweren Herzens
seine Hunde abzugeben, er stellte nur die eine Bedingung   --                                    

die Hunde sollen nicht getrennt werden.

 

 

So kamen sie zum nächsten Besitzer, der hatte zwar genug Platz und noch zwei weitere Hunde zum Spielen, aber keine Erfahrung mit der Erziehung von Kangals. So kam es das er zwar mit Raki eine Hundeschule besuchte, aber Attes, den Rüden im besten Flegelalter ohne Erziehung heranwachsen ließ. 
Es kam wie es kommen mußte, der selbstbewuste Jungrüde wurde immer mehr zum Alphatier und seine Besitzer kamen immer weniger mit ihm zurecht und auch die anderen Hunde mußten unter ihm und seinen Beißattacken leiden.
Nachdem er beim Spaziergang einen Jogger angesprungen hatte und dessen Jacke dabei zerriß holte sein Frauchen sich Hilfe bei einem "Fachmann" der auch selber Anatolische Hirtenhunde züchtet. Er kannte den Hund zwar nicht, hat ihn nie zu Gesicht bekommen aber gab den Rat ihn einzuschläfern.
Als Bergündung sagte er das nächstemal wäre es vielleicht ein Kind das er anspringen würde und was dann passiern kann könnte sie sich ja selber ausrechnen.
Deshalb mußte Attes im Alter von 18 Monaten sterben !!

Wie ich das erfahren habe wußte ich nicht was ich zuerst tun sollte-

vor Wut schreien oder weinen..

Ich kannte die Hunde und wußte das Attes nie einen Menschen verletzt hätte, er war nur nie richtig erzogen worden,

 

Einige Wochen später wurde ich benachrichtigt und von einer Bekannten um Hilfe gebeten. Mit Raki gäbe es auch Probleme und wenn keiner eingreifen würde bestände die Gefahr das es ihr wie ihrem Bruder ergehen würde.
Nach einer kurzen Lagebesprechung mit meiner Familie stand fest das wir nicht zulassen wollten das das passiert. Ich nahm Kontakt zu der Besitzerin auf und es bedarf nur etwas Überredung und wir konnten Raki abholen. 

Raki fügte sich ohne Probleme in unsere Familie ein und wurde mit sofortiger Wirkung ein "Arbeitshund". Mein Mann ist im Wachdienst tätig und da meine Bashka mit allen neuen Tieren unverträglich war beschlossen wir das mein Mann Raki mit zur Arbeit nimmt um ihr so die nötige Zuwendung und Liebe für die Eingewöhnung zu geben. Das klappte ganz prima und es dauerte nur eine kurze Weile und Raki hatte sich ganz und gar in ihren Job als Wächterin eingelebt. Bei Tag war sie meißtens im Zwinger und schlief, sobald es aber
Zeit zum Arbeiten war war sie hellwach und wartete nur darauf das es endlich losging.

Ihrer Aufmerksamkeit entging nichts und wenn Raki am Tor auf Wache stand kam keiner aufs Gelände der da nicht hingehörte. Die Leute aber die in den Betrieb gehörten kannte sie nach ganz kurzer Zeit und lies sie auch sofort rein.
Obwohl einige Männer am Anfang Angst vor ihr hatten war sie bald der Liebling von Allen und wurde nach Strich und Faden verwöhnt. 
Viele Streicheleinheiten und Leckerchen waren ihr immer sicher.

Als sie dann ihren Beruf aufgeben mußte und in "Mutterschutz" ging gab es einige lange Gesichter bei den Arbeitern.

Ihre Mutterrolle beschäftigte Raki nun rund um die Uhr, waren es doch 11 !! Babys die da ihre Fürsorge brauchten.
Der Geburt hatte ich mit etwas Sorge entgegen gesehen.
Raki hatte noch keine Welpen und ich war auch noch ziemlich unerfahren in diesen Dingen. Ich hatte zwar schon 2 mal Welpen großgezogen, aber das lag schon etwas zurück und ich wußte nicht ob ich das alles so hin bekäme.

Mit den Deckrüdenbesitzern waren wir befreundet und schon ganz früh stand fest das sie bei der Geburt dabei sein wollten. Damit Raki sich an ihre Anwesenheit gewöhnt verbrachten sie jedes Wochenende bei uns und Raki behandelte sie wie Rudelmitglieder und als die Wehen einsetzten und der erste 
Welpe kam standen 3 Hebammen bereit um ihr zu helfen.

Raki wußte nicht was da geschah und sprang mit einem Satz aus ihrer Wurfkiste. Sofort zeigten wir ihr das erste Baby. Wir halfen ihr die Fruchthülle zu entfernen und da wußte sie was zu tun ist. Beim nächsten Welpen erledigte sie alles ganz souverän alleine.

So kamen nach und nach 7 Welpen zur Welt und alles schien gut. Dann stockte die Geschichte und es vergingen 2 quälende Stunden und kein Welpe wurde geboren, obwohl man deutlich sehen konnte das noch Babys im Mutterleib waren. Gegen halb vier hielt ich es nicht mehr aus und klingelte meinen
Tierarzt aus dem Bett. Er meinte alles einpacken und sofort in die Praxis kommen, doch Raki hatte andere Pläne. Wärend der ganzen Zeit hatte der Deckrüdenbesitzer bei ihr gesessen und leise mit ihr gesprochen und ihre Pfote gehalten.
Zwischenzeitlich hatte er sich aber aufs Feldbett gelegt und war eingeschlafen. Aus Sorge um Raki hatte ihn seine Frau jetzt geweckt und er hatte seinen Platz bei Raki wieder eingenommen und die nächsten 4 Welpen kamen.
Damit war unsere große Hundefamilie endlich komplett.

Das zeigte mal wieder das ein Kangal eben auch nur ein Mensch ist.

 

 

Unserer Wachmannschaft entgeht so schnell nichts

 


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